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October 5th, 2007

Kontaktanzeigen und Chat - wer lügt am meisten?

oder was sind zuweilen die Folgen von Internetkontakten, die oftmals in einer Abhängigkeit münden. In Teil 1 hat uns Kurt einiges gesagt über Internetabhängigkeit durch Chats und Kontaktmärkte. Jetzt verrät uns Kurt Koll etwas mehr über das Auftreten und die Folgen von Blind-Dates, Kontaktmärkte und die Erfahrung der Kontaksuchenden. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an ihn, der uns so tatkräftig Rede und Antwort gestanden hat!!!

Gesamtanzahl an Kontakten: 2416( Die Anzahl ergibt sich zu 70% durch Inserate und 30% über Chattrooms )Davon Männeranteil: 40% davon 15% mit Bi - Neigung oder homosexuell Davon Frauenanteil: 55% davon 15% mit Bi - Neigung oder lesbischDavon Paaranteil:

5%Bei ca. 80% der von Männern angegebenen Daten wie, Alter, Größe, Beruf, Familienstand, Name, Bilder, Inseratwunsch etc. waren mindestens eine Angabe, bis zur kompletten Biographie incl. Bilder, als angegebenen Daten falsch.Bei Frauen hingegen ” nur ” 35%7% der Männer gaben an, zumindest einmal entweder bedrängt, genötigt, erpreßt, körperlich - seelisch mißhandelt, oder ausgenützt worden zu sein.

Webprostitution:
Davon gaben 68% der Männer an, das die/ der ” andere ” sich im nachhinein als ” Webprostituierte/r ” herausstellte, die/ der unter falschen Voraussetzungen inserierte.

Im Nachhinein stellte sich heraus, das jene Frauen/ Männer, entweder tatsächlich der Prostitution nachgehen oder über Mehrwertnummern, Webcams uä. Geld verdienen möchten, oft gar kein Kontakt zustande kam bzw. nur unter der Voraussetzung der Bezahlung eines ” Taschengeldes ”Bei Frauen gaben 23%!! an zumindest einmal entweder bedrängt, genötigt, erpreßt, körperlich - seelisch mißhandelt oder ausgenützt worden zu sein.59% der Männer gaben an, bei sexuellem Verkehr keine Verhütung benützt zu haben.45% der Frauen gaben an, bei sexuellem Verkehr keine Verhütung benützt zu haben.Internetsucht, Suchtverhalten und ab wann kann man von Sucht sprechen.Aufgrund der Kontaktangaben kann davon ausgegangen werden, das das Medium Internet Suchtpotential birgt.

Wobei hier von einer prozessbezogenen/ prozessabhängigen Suchtformgesprochen werden kann - im Gegensatz zu substanzbezogener Sucht - die Krankheitswert erreichen kann. Generell kann von Sucht gesprochen werden, wenn über längerem Zeitraum ein oder mehrere Symptome auftreten der Betroffene jedoch nicht in der Lage ist, eigenständig sein Zugangsverhalten zu ändern oder zu reduzieren.

Folgende Symptome wurden angegeben.
Soz. Abgrenzung/ Isolierung, Kontaktabbrüche, Beziehungsprobleme, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten bei anderen Dingen. Häufiger Krankenstand, Nervosität, Überreizung des Nervensystem, Gewichtsverlust, Depressionen, mangelnde Ernährung, Erhöhung der Zufuhr von Suchtsubstanzen - Nikotin, Alkohol, Aufputschmittel. Somatische Beschwerden, Rückenschmerzen, Augenbrennen, innerliche Leere nach dem Surfen.

Welche Gründe können zu Internetsucht führen?
Auffallend war, Männer neigen häufiger zur Sucht als Frauen ( Verhältnis 4 zu 1 )Zu 63% der Fälle liegt bereits Suchtdisposition bzw eine Substanzsucht vor ( Alkohol, Droge, Nikotin, Medikamente )

Meist liegen bereits Faktoren psychologischer - physischer Art vor, die ein Suchtverhalten fördern.Arbeitslosigkeit, Vereinsamung, Beziehungsprobleme, Schulden, Sexualprobleme, Minderwert- Selbstwertproblematiken, Orientierungslosigkeit - Lebenssinnlosigkeit, körperliche Gebrechen,Neurosen, Sozialphobien, Panikattacken, Formen der Paranoia - Größenwahn etc.

Der besondere ” Kick ” ergibt sich aus der Möglichkeit, sich ein Pseudo - ICH zu schaffen.Jemand kann sein, wie er gerne sein würde, im realen Leben aber nicht ist. Hinzu kommt die Kontrollierbarkeit der Handlungen. Ich habe es selbst in der Hand, bleibe Anonym, meine SchwächenFallen nicht auf. Neigungen die im realen Leben unterdrückt werden, werden müssen, können ausgelebt werden. “

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